Langør auf Samsø – einmal reicht erst einmal
Was soll ich sagen? Fredericia zu verlassen und dann ungefähr 200 Meter zu fahren, nur um aus der Strömung zu kommen, hätte ich mir an diesem Morgen eigentlich sparen können. Natürlich lief die Strömung diesmal genau in die andere Richtung. Ich hätte wahrscheinlich nicht einmal den Motor gebraucht.
Die nächste Überraschung folgte gleich danach: Der angekündigte Wind kam tatsächlich aus der optimalen Richtung. Wer hätte damit gerechnet? Und so wurde es ein wunderschöner Segeltag. Zumindest bis auf die letzten zwei Stunden.
Über die flache Ostsee ging es in Richtung Samsø. Schon seit vielen Jahren hatte ich mir vorgenommen, einmal den Hafen von Langør anzulaufen. Allein die besondere Anfahrt dorthin hatte mich immer gereizt. Also machte ich es endlich.
Für den nächsten Tag waren Gewitter angesagt. Deshalb war mein Plan ganz einfach: Ich bleibe zwei Nächte. Kann man ja schon mal buchen.
Im Nachhinein war das vielleicht nicht meine allerbeste Idee.
Schon beim Anlegen hatte ich richtig viel Wind. Dazu kam die Erkenntnis, dass die Anfahrt nach Langør fast eine Stunde dauert. Und schließlich wartete noch eine weitere Überraschung auf mich: Langør war mit Abstand der teuerste Hafen, den ich bisher angelaufen hatte.
Leider bedeutete teuer in diesem Fall nicht automatisch spannend. Ganz im Gegenteil. Ich muss gestehen: Für mich war es bisher auch der langweiligste Hafen. Und als wäre da noch Luft nach unten gewesen, wurde das Ganze durch ein schlechtes Restaurant abgerundet.
Egal. Die zwei Nächte waren bezahlt, also blieb ich auch zwei Nächte.
Das angekündigte Gewitter kam dann tatsächlich, allerdings schon in der Nacht. Am nächsten Morgen hätte ich bei optimalem Wind problemlos weiterfahren können.
Tja.
So habe ich in Langør immerhin etwas gelernt: So schnell buche ich keinen Hafen mehr für zwei Nächte im Voraus.
Manche Erfahrungen muss man eben nicht zweimal machen.